Cash-Secured Put Strategie
Diese Einsteiger-Anleitung zur Cash-Secured Put Strategie zeigt dir, wie du Put-Verkäufe strukturiert und mit klarem Risiko-Kontext entscheidest, anstatt nur die Prämie zu sehen.
Was du in 30 Sekunden lernst
- Wie Cash-Secured Puts funktionieren und wo Einsteiger typischerweise Fehler machen.
- Wie du Delta (Sensitivitäts-Näherung), BE Abstand (Break-even-Puffer) und Liquidität (Ausführungsqualität) gemeinsam für robustere Put-Entscheidungen nutzt.
- Wie du von der Auswahlliste im Screener über die Kontrolle in der Analyzer Engine bis zum Portfolio Planner gehst.
Begriffe, die du zuerst verstehen solltest
- Cash-Secured Put: Verkauf eines Put-Kontrakts mit ausreichend Cash-Reserve, um bei Einbuchung 100 Aktien zum Strike zu kaufen.
- Delta: Optionskennzahl als praktische Näherung für Strike-Nähe und Einbuchungswahrscheinlichkeit. Ein niedrigeres absolutes Delta ist meist konservativer.
- BE Abstand: Break-even Abstand (Distanz zwischen aktuellem Kurs und Break-even) zeigt, wie gross der Downside-Puffer durch die Prämie ist.
- Liquidität: Wie gut ein Kontrakt handelbar ist (Spread, Volumen, Open Interest). Bessere Liquidität führt meist zu stabilerer Ausführung und weniger Slippage. Slippage bedeutet, dass der Ausführungspreis vom erwarteten Preis abweicht: Bei Market-Orders kann das direkt passieren, besonders bei breiten Spreads; bei Limit-Orders ist dein Preis durch das Limit geschützt, aber es kann zu keiner oder nur teilweiser Ausführung kommen. Das heißt: Wenn deine Order nicht in der gewünschten Stückzahl ausgeführt wird und du deshalb dein Limit nach oben nachziehst, akzeptierst du indirekt trotzdem einen schlechteren Preis.
1. Mit Besitzbereitschaft starten, nicht mit Prämie
Ein Cash-Secured Put ist zuerst eine Einstiegsstrategie. Die Prämie ist nachrangig zur Aktienqualität.
- Nur Puts auf Unternehmen verkaufen, die du auch im Drawdown halten willst.
- Downside-Toleranz vor der Prämienbetrachtung festlegen.
- Zyklus und DTE (days to expiration) konstant halten, damit Kontrakte vergleichbar bleiben.
2. Eine wiederholbare Kontraktregel nutzen
Nie nur eine Kennzahl optimieren, sondern Signale immer gemeinsam lesen. Genau dafür ist die Analyzer Engine da: strukturierte Kontraktprüfung mit konsistenten Kriterien.
- Delta: niedrigeres absolutes Delta ist meist konservativer, aber mit geringerer Prämie.
- BE Abstand: grösserer Abstand bedeutet oft mehr Downside-Puffer.
- Liquidität: engere Spreads und stabile Aktivität für bessere Ausführung bevorzugen.
- Warnings: Warnungen als Kontextsignal ernst nehmen, nicht als Nebengeräusch ignorieren.
3. Kontraktqualität in portfolio-sichere Entscheidung übersetzen
Ein guter Kontrakt kann trotzdem ein schlechter Portfolio-Trade sein, wenn die Konzentration zu hoch wird.
- Positionsgrösse vor Entry prüfen, nicht erst nach möglicher Einbuchung.
- Ticker- und Sektorgrenzen setzen, damit ein Thema nicht das ganze Portfolio dominiert.
Cash-Secured Put Signale lesen: konservativer vs. offensiver
Als Orientierung nutzen und danach im Analyzer Engine Kontext bestätigen.
| Signal | Konservativer | Offensiver | Warum relevant |
|---|---|---|---|
| Delta (absolut) | Niedriger | Höher | Niedrigeres Delta bedeutet oft mehr Abstand zum Strike, aber meist weniger Prämie. |
| BE Abstand | Höher | Niedriger | Mehr Break-even-Puffer erhöht in der Regel die Downside-Robustheit. |
| Spread / Liquidität | Engerer Spread / bessere Liquidität | Weiter Spread / schwächere Liquidität | Bessere Liquidität verbessert oft die Fill-Stabilität und reduziert Slippage-Risiko. |
| Portfolio-Konzentration | Niedriger | Höher | Niedrigere Konzentration reduziert das Risiko, dass ein schwacher Titel das Gesamtbuch belastet. |
Häufige Einsteigerfehler (mit Korrektur)
- Fehler: nur nach Prämie auswählen. Korrektur: Delta + BE Abstand + Liquidität immer gemeinsam prüfen.
- Fehler: Einbuchungsbereitschaft ignorieren. Korrektur: Kapital vorab reservieren.
- Fehler: Sektor überladen. Korrektur: Sektorlimits konsequent im Entscheidungsprozess berücksichtigen.
- Fehler: Regeln laufend wechseln. Korrektur: ein fixes Entscheidungsframework nutzen und monatlich rückblickend prüfen.
Setup nicht weiterführen, wenn...
- du die Aktie nach Einbuchung nicht halten willst.
- die Liquidität so schwach ist, dass die Ausführung unsicher wird.
- der Trade deine Ticker- oder Sektorlimits überschreitet.
- du nicht in einem Satz erklären kannst, warum dieser Kontrakt robuster ist als die nächstbeste Alternative.
Produkt-Workflow (empfohlene Reihenfolge)
- ScreenerAuswahllist mit Zyklus-, Qualitäts-, Liquiditäts- und Warning-Filtern setzten.
- Analyzer EngineEinzelkontrakt im Detail prüfen, den Signalkontext vergleichen und danach in die Portfolio-Planung überführen.
- Portfolio PlannerNur Setups in die Portfolio-Planung übernehmen, die Assignment-Cash, Positionsgrösse und Sektor-Exposure im Zielrahmen halten.